Ist das noch zu retten?

Projekte, bei denen man sich lesend diese Frage stellt, reizen mich besonders. Denn Textrettung macht mir Spaß! Ob es an der Struktur hapert, der gewünschte Inhalt nicht umgesetzt werden konnte, die Stringenz fehlt oder schlicht die Qualität des Geschriebenen nicht passt: Hier wird es für mich spannend! Fragen Sie sich also angesichts eines Textgewandes grübelnd: „Vielleicht wäre es doch schöner mit weiten Ärmeln und einem kürzeren Rock?“... Dann nur her damit!

Vertrauen Sie es mir an.

Mit den richtigen Werkzeugen geligt es, auch solche Texte zu retten, die schon auf der Klippe der Verzweiflung hängen. Meine Werkzeuge sind zum Beispiel das Analysieren, Recherchieren, Sinnieren, Formulieren und Schreiben. Der Text wird aufgedröselt und genau betrachtet: Wenn alles so aufgetrennt vor mir liegt, sehe ich plötzlich, wie es ganz anders viel besser wieder zusammengesetzt werden kann.

In meinem Fundus hab ich außerdem das eine oder andere Stück Wort-Stoff, das jetzt perfekt irgendwo reinpasst und das Buchstabenkleid schöner und interessanter macht. Worte, Sätze und Ideen werden neu zusammengefügt, bis der Text wirklich sitzt wie angegossen. Dabei geht es oft schon nicht mehr ums bloße Lektorieren, sondern ums „Ghosten“. Was das ist?

Ghostwriting

Das Spannende beim Ghostwriten ist, sich noch stärker als beim Lektorat in Autor oder Autorin einzufühlen. Was soll ausgesagt werden? Was bei den Lesenden ankommen?

Manchmal wird ein Projekt von Anfang an für ein Ghostwriting offeriert. Aber es gibt auch die Texte, die einfach irgendwann auf dem Weg zwischen Wollen und Können auf der Strecke geblieben sind. Dann muss man nochmal von vorn beginnen, mit neuem Stoff und anderem Schnittmuster, alles völlig anders strukturieren, ganz und gar neu schreiben. Und hier schließt sich der Kreis: Ich schreibe maßgeschneiderte Texte.