Wie wird Lernen zum Vergnügen?

Jedes Kind hat von Anfang an ganz individuelle Interessen und Neigungen. Aber wir Erwachsenen wollen am liebsten nur ganz bestimmte dieser Interessen wahrnehmen und unterstützen. Weil wir oft heimlich schon eine fertige Idee im Kopf haben, was ein Kind mal „werden soll“. Weil wir davon überzeugt sind, dass wir wissen, was es brauchen wird.

Genau so sicher scheinen wir uns zu sein, wie ein Kind lernen soll – nämlich möglichst ernsthaft. Aber gerade in einer Zeit, in der wir uns weniger als je zuvor die Zukunft unserer Kinder vorstellen können, scheint mir nur eines ziemlich sicher: Dass das erfolgreiche Lernen, der Wissenserwerb und die Fähigkeit, dieses Wissen anzuwenden, sehr wichtig bleiben werden. Und auch das: Wer gern und gut liest, hat die Möglichkeit, mit Freude erfolgreich zu lernen und zu verstehen.

Vielleicht, sobald wir uns gestatten, vergnügt zu lernen ...

Jedes Kind wird lesen wollen, wenn das Lesen Spaß macht. Und wenn es dabei auch noch Neues erfährt über die Dinge, die es wirklich interessieren. Jedes Kind wird beginnen, aus diesem Grund zu lernen: Es kann Spaß machen, Informationen, Fakten, Wissen zu sammeln. Kinder werden beginnen, sich für Zusammenhänge zu interessieren. Sie werden all die Puzzle-Teile zu einem Mosaik zusammensetzen, das schließlich ein ganz persönliches Bild der Welt wird. Und ein leselustiges Kind wird irgendwann erkennen, dass es auch auf anderen Wissensgebieten viel zu entdecken gibt – und dass man auf die bewährte Weise, durch das Lesen und Lernen, mehr erlebt und mehr erfährt. Dass man auf diesem Weg Bereiche im Leben erreicht, die unvergleichlich faszinierend, wichtig und schön sind.

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